1. Rohstoff Holz - Die Wahrheit über die Rohstoffherkunft
1.1 Die vernichtende Ausbeutung der Wälder hat Folgen
Ursprünglich waren 34 Prozent der Landoberfläche mit Wald bedeckt, heute sind es nur noch 26 Prozent. Und weniger als die Hälfte davon sind intakte Waldökosysteme, der Rest besteht aus artenarmen Forsten oder Plantagen. Die Zellstoffherstellung für Papier spielt bei dieser Zerstörung eine wichtige Rolle, denn heute endet jeder fünfte gefällte Baum weltweit in einer Papierfabrik - Tendenz steigend. 16 Prozent des Holzes für die Papierherstellung stammt aus unberührten Wäldern. Die Folgen sind: Bodenerosion und Erdrutsche, Verlust des Waldes als Wasserspeicher und Wasserreiniger, als Lebensgrundlage der Waldvölker und als Naturstofflieferant (Sekundärprodukte des Urwaldes), Verlust von Lebensraum, Rückgang der Artenvielfalt, Entstehung von Monokulturen und nicht zuletzt die Beeinflussung des Weltklimas. Die Natur steht unter Stress!

1.2 Wo wächst eigentlich unser Papier?
Im unserem Kopierer liegt Dumpingpapier aus Indonesien, dass dort zur Zerstörung der letzten Urwälder Sumatras führt, unser Klopapier stammt aus brasilianischem Plantagenholz, in Briefumschlägen stecken die letzten Reste europäischen Urwalds, den es noch im Hohen Norden Finnlands gibt. Ein Großteil des importierten Zellstoffs kommt aus Kahlschlägen im kanadischen Küstenregenwald. Unserer Tageszeitung, die ist hergestellt aus Altpapier, gesammelt in Deutschland. Die Zellstoff- und Papierindustrie gehört zu den größten Umweltzerstörern weltweit; oft sind Landrechtskonflikte und Menschen-rechtsverletzungen mit der Gewinnung des Rohstoffs für unser Papier verbunden. Mehr zu den "Tatorten" der Zellstoffherkunft und den Folgen in den Herkunftsländern in Wo wächst eigentlich unser Papier. Papier.pdf

1.3 Wälder sind nicht gleich Wälder
Durch unterschiedliche Nutzungsformen muss unterschieden werden zwischen Ur- bzw. Naturwäldern und Forsten oder Plantagen. 80% der ursprünglichen Urwälder sind bereits zerstört. Und nur noch die Hälfte der verbliebenen Wälder auf der Erde können als Ur- oder Naturwälder bezeichnet werden. Für die Papier- und Zellstoffherstellung werden mehr und mehr Plantagen mit Monokulturen aus Akazien oder Eukalyptus angelegt mit schwer wiegenden Folgen. Es entstehen "Grüne Wüsten". Mehr dazu in Wälder sind nicht gleich Wälder.pdf.

1.6 Typisch Wald
Die Wälder der Erde sind durch die unterschiedlichen Klimazonen geprägt, in denen sie beheimatet sind. So sind verschiedene Waldtypen entstanden: von den borealen Wäldern der Taiga im hohen Norden Kanadas und Russlands bis zu den tropischen Wäldern rund um den Äquator. Von den Savannen- und Trockenwälder bis zu den temperaten Küstenregenwäldern in Kanada und Chile und den tropischen Regenwäldern in Südamerika, Afrika und Indonesien sowie den Mangrovenwälder in den Küstengebieten der Tropen.

2. Rohstoff Papier - was steckt drin, was dahinter?
2.1 Was ist drin
Papier wird hauptsächlich aus drei verschiedenen Faserrohstoffen hergestellt: Zellstoff, Holzstoff und Altpapier.

2.2 Herstellungsverfahren
Während Holzstoff mit Hilfe mechanischer Verfahren hergestellt wird, ist die Herstellung von Zellstoff mittels chemischer Verfahren wesentlich komplexer.

2.3 Recyclingverfahren
Altpapier ist wie der Zellstoff und der Holzstoff bereits ein Halbfertigstoff. Im Vergleich zu Holz kann der Rohstoff Altpapier leicht verarbeitet werden. Für die Kartonherstellung wird das Altpapier aufgelöst und gereinigt. Für beschreibbare Papiere wird der Faserbrei dann noch de-inkt. Der gesamte Produktionsprozess bis zum Halbfertigstoff wird beim Papierrecycling eingespart. Dies ist ein Grund, weshalb die Ökobilanz von Altpapier der von Zellstoff und Holzstoff überlegen ist. Bei der Verwendung von Altpapier wird der Wald geschont. Außerdem wird bei der Herstellung im Vergleich zu Papier aus Zellstoff nur etwa halb soviel Energie und ein Drittel Wasser verbraucht. Auch die Abwasserbelastung ist viel geringer.

2.4 Bleiche versus De-inking
Während Zellstoff gebleicht wird, wird Altpapier zur Herstellung von Recyclingpapier de-inkt. Drei verschiedene Bleichverfahren für Zellstoff werden unterschieden: die Bleiche mit elementarem Chlor, die Bleiche mit Chlordioxid sowie die Chlorfreie Bleiche, auch Sauerstoffbleiche genannt. Beim De-inkingprozess werden die Druckfarben aus dem Altpapier herausgewaschen.

2.6 Abfalltrennung in der Schule
Wo landet eigentlich der gesammelte Müll? Warum ist die getrennte Sammlung von Altpapier sinnvoll? Unsortierte Entsorgung als Restmüll ist teuer. Weil es sich bezahlt macht, installieren manche Kommunen nicht nur Farbleitsysteme, sondern honorieren die Mitarbeit in Schulen. Wer gut oder besser trennt, wird an den Einsparungen beteiligt. Es wäre alles andere als nachhaltig, Altpapier und andere Wertstoffe nicht zu recyceln, werden Ressourcen doch bekanntlich knapper.

2.7 Glossar
Was ist eigentlich eine Altpapiereinsatzquote oder eine Altpapierrücklaufquote? Was genau ist De-inking und was versteht man unter Frischfasern? Begriffe aus der Papierherstellung werden erläutert.

3. Papierverbrauch - zu viel, zu weiß und enorm ungleich verteilt
3.1 Papierverbrauch in Deutschland
Deutschland gehört neben Japan und den USA mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 236 kg (2004) zu den zehn größten Papierverbrauchern weltweit, und Jahr für Jahr steigt der Verbrauch bei uns weiter um drei Prozent. Seit 1950 hat sich unser Papierverbrauch versiebenfacht. Obwohl Deutschland weltweit als Vorbild in Sachen Altpapiersammeln gilt und einen hohen Einsatz an Altpapier in der Papierproduktion zu verzeichnen hat, gibt es gibt es große Potentiale besonders im Bereich der Büro- und Geschäftspapiere für den Markt von Recyclingpapieren.

3.4 Papier im Alltag
Könnten wir uns ein Leben ohne Papier vorstellen? Das wird schwierig: überall begegnet uns Papier im Alltag. Morgens zum Frühstück nutzen wir es zum Kaffee filtern, Zeitung lesen, die Milch ist in Kartons abgepackt. Später in der Schule und im Büro gebrauchen wir es in Form von Schulheften bzw. Kopierpapier. In der Küche und auf dem Klo verbrauchen wir Hygieneartikel aus Papier, wie Toilettenpapier, Küchenrollen und Papiertaschentücher. Die Papierindustrie unterscheidet vier Gruppen von Papierprodukten nach ihren Funktionen: Grafische Papiere (alle beschreib- oder bedruckbaren Papiere, zu denen Büropapiere sowie Papiere für den Massendruck von beispielsweise Zeitungen zählen), Hygienepapiere, Verpackungspapiere sowie Technische bzw. Spezialpapiere.

3.6 Der Baumrechner
Wie viel Papier kann man aus wie viel Baum herstellen? Wie viele Urwaldbäume werden für Deutschlands Schulhefte verbraucht? Am Beispiel eines durchschnittlichen Urwaldbaums aus Kanada kann hier berechnet werden, wie viele Bäume für die Herstellung der allein in Deutschland verbrauchten Schulhefte pro Jahr gefällt werden. Mit Hilfe dieser Daten kann jeder für eine bestimmte Anzahl Hefte den Verbrauch pro Schüler, Klasse selbst bestimmen. Mehr dazu in

3.7 Papiersiegel und -kennzeichen
Was besagt eigentlich "holzfreies" Papier? Wofür steht der Blaue Engel? Welche Zeichen sind irreführend. Informationen über die Kennzeichnung von Papier sind wichtig, um klar zwischen Primärfaserpapier und Recyclingpapier unterscheiden und damit einen Beitrag zum nachhaltigen Papierkonsum leisten zu können.

3.8 Papier sparen - Tipps und Service
Wo und wann immer es geht, gilt es Papier zu sparen und langlebigere Produkte zu nutzen. Im Alltag gibt es viele Möglichkeiten, Papier sinnvoll zu nutzen.

4. Papier und die Farbe Weiß
4.1 Muss es immer weiß sein? Kulturgeschichte der Farbe Weiß
Die unterschiedlichen Wirkungsweisen der Farbe Weiß und die damit einhergehenden Assoziationen sind vielfältig. Auch die Tradition und Lebensumstände einer Kultur beeinflussen die Farbwirkung: Eskimos haben ca. 200 verschiedene Namen für die Farbe Weiß, je nach Farbton und Beschaffenheit ihrer weißen Umwelt. Die deutsche Sprache kennt so unterschiedliche Bezeichnungen wie: brillantweiß, käseweiß, kreidebleich, schlohweiß, schneeweiß, titanweiß, albino und viele, viele mehr.
4.2 Vom unterschiedlichen Umgang mit Papier
Image,
Glaubwürdigkeit,
keine Verbote,
wie viel Kraft braucht man für die letzte Umstellung auf Recyclingpapier ...

4.3 Lexmark, stimmt das?
Warum trauen die meisten Menschen Papier mehr als dem PC?
Der Druckerhersteller Lexmark hat gemeinsam mit der European School Of Management, Paris, und der psychologischen Fakultät der Universität der Stadt Hull (Großbritannien) 2003 die Studie mit dem Titel „In paper we trust“ erstellt.
Ausgangspunkt war die Frage, warum das papierlose Büro immer noch eine Vision ist. Schätzungen gehen derzeit nämlich von einem jährlichen Zuwachs des Druckvolumens um bis zu 20 % aus. In der Studie wurde nach den Gründen gesucht, warum Menschen trotz der digitalen Verfügbarkeit von Texten, Informationen etc. nach wie vor einen Ausdruck auf Papier bevorzugen.
4.5 Papier – Was geht uns das an?! – „Im Alltag die Welt retten“ – 6 Sketche zum Thema Papiersparen von Jugendlichen entwickelt

5. Jetzt geht's los!
5.1 Tipps zur Methodik und Rhetorik
Ganz wichtig für das Vorgehen, um eine Kampagne oder ein Thema voranzubringen, sind folgende Tipps von Kampagnenprofis.

5.2 Tipps zur Öffentlichkeitsarbeit
Bei all euren Aktion und Ideen solltet ihr dafür sorgen, dass möglichst viele Menschen davon erfahren - auch außerhalb der Schule. Das nennt man "Öffentlichkeit herstellen". Je mehr Öffentlichkeit, desto größer die Chance, gemeinsam etwas zu bewegen.

5.4 Klicktipps
Wo finde ich im Internet weitere Informationen? Hier findet ihr eine Liste mit Links zu nationalen sowie internationalen Umwelt- und Verbraucherorganisationen wie beispielsweise ROBIN WOOD oder Forest Action Network. Außerdem Links zu den Seiten der Papierindustrie, der Entsorgungswirtschaft sowie zum Umweltbundesamt und dem Umweltzeichen Blauer Engel.

5.5 Zum Weiterlesen und Recherchieren
Bücher und Artikel in Fachzeitschriften zum Nachlesen und Vertiefen sowie für eure Recherchen mit vielen weiteren Tipps findet ihr auf dieser Liste. Außerdem auch Diaserien und Filme zum Thema Papier, die ihr euch ausleihen könnt.

6. Aktionsideen
6.1 Wie mache ich selber eine Kampagne
Kampagne - was ist das? Wie geht man da am besten vor? Worauf muss ich dabei besonders achten?

6.2 Aktionsbeispiele
Im Folgenden findet ihr viele Aktionsideen, die euch Anregungen für eure eigenen Kampagnen geben sollen.